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Foto: Michael Herrmann

Der Leipziger Stadtrat beschäftigt sich mit den Arbeitsbedingungen der Kreativen

31.10.2012

Bei der nächs­ten Stadt­rats­sit­zung am 22.11.2012 wird sich die Rats­ver­samm­lung mit meh­re­ren Anträ­gen zu den Arbeits­be­din­gun­gen der Krea­tiv­schaf­fen­den in Leip­zig befas­sen. Anders als jüngste Zei­tungs­ar­ti­kel (z. B. SPIEGEL) dies nahe legen, stellt die mitt­ler­weile ange­spannte Lage auf dem Immo­bi­li­en­markt eine große Her­aus­for­de­rung für die­je­ni­gen dar, die Atelier-, Stu­dio– oder Pro­be­räume für ihr krea­ti­ves Arbei­ten benö­ti­gen. Bei­spiele aus ande­ren Städ­ten (u. a. Dres­den) zei­gen, dass im Zusam­men­spiel zwi­schen Ver­wal­tung und Pri­vat­wirt­schaft inno­va­tive Lösun­gen gefun­den wer­den kön­nen, die den städ­ti­schen Haus­halt nicht belas­ten und die Lücke am Markt schlie­ßen kön­nen. Vor­aus­set­zung ist hier aber, dass die Kom­mune die Akteure dabei unter­stützt, geeig­nete Immo­bi­lien zu fin­den. Eine sol­che könnte die Frie­de­ri­ken­straße 37 im tie­fen Leip­zi­ger Süden sein.

Ein ande­rer inter­es­san­ter Tages­ord­nung­punkt betrifft die so genannte „Nacht­öko­no­mie“ – also die Rah­men­be­din­gun­gen für krea­tiv­wirt­schaft­li­che Ver­an­stal­tun­gen und die dort erwirt­schaf­te­ten Umsätze. Hier fragt die Frak­tion DIE LINKE nach, wel­che Daten der Ver­wal­tung hin­sicht­lich der betrof­fe­nen Arbeits­plätze und der erwirt­schaf­te­ten Umweg­ren­dite (also Umsätze in Gas­tro­no­mie, Hotel­le­rie, Tech­nik­dienst­leis­tern, etc.) von pri­vat­wirt­schaft­lich orga­ni­sier­ten Kon­zer­ten, Thea­ter­vor­stel­lun­gen, Lesun­gen und Club­aben­den vor­lie­gen. Schät­zun­gen aus ande­ren Städ­ten legen nahe, dass es in Leip­zig meh­rere Hun­dert Men­schen ihr wirt­schaft­li­ches Aus­kom­men dem Sek­tor ver­dan­ken – die Hono­rare der auf­tre­ten­den Krea­tiv­schaf­fen­den, die für viele ein fes­ter Ein­kom­mens­be­stand­teil sind, noch nicht ein­mal mit­ge­rech­net. Zu den Ergeb­nis­sen der LE Klub Ana­log – Ver­an­stal­tung zur Musik­wirt­schaft im ver­gan­ge­nen Jahr gehörte der Impuls, mit­tels einer gemein­sam mit der Ver­wal­tung erar­bei­te­ten Ver­an­stalt­er­fi­bel eine Grund­lage zu haben, um Pro­blem­fälle weni­ger kon­fron­ta­tiv son­dern am Run­den Tisch zu lösen. Die­ses Vor­ha­ben wird vom Amt für Wirt­schafts­för­de­rung sowie der Ver­an­stal­tungs­stelle im Ord­nungs­amt bereits unter­stützt, stockt aber in der Umset­zung auf­grund der schlep­pen­den Mit­wir­kung wei­te­rer rele­van­ter Ämter.

Wir sind gespannt auf die Ergeb­nisse der Sitzung.

Woanders wird gesagt …

  1. Bandproberäume, GEMA-Tarifreform, Unterkünfte für Flüchtlinge, LOK, Kulturveranstaltungen, AKS : Juliane Nagel - geschrieben am 21. November 2012 um 20:47 Uhr

    […] * Anfrage zu Rah­men­be­din­gun­gen für Ver­an­stal­tun­gen der Kul­tur– und Krea­tiv­wirt­schaft zum Hin­ter­grund und (wei­ter­ge­linkt) Text der Anfrage […]

  2. Nachlese zur Stadtratssitzung am 22.11.2012 | Kreatives Leipzig - geschrieben am 10. Dezember 2012 um 01:18 Uhr

    […] die Rah­men­be­din­gun­gen für Ver­an­stal­tun­gen. Bereits im Vor­feld hat­ten wir hier über die Hin­ter­gründe informiert.Der zuneh­mende Druck auf den Immobilienmarkt […]

Kommentare (4)

  1. Timmy Selle - geschrieben am 1. November 2012 um 23:00 Uhr - #

    Ich bin auch gespannt, was sich bei der Sit­zung ergibt, aller­dings bekomme ich Bauch­schmer­zen, weil ich das Gefühl wei­ter­hin nicht los werde, dass die soge­nann­ten »Krea­tiv­schaf­fen­den« zu unre­flek­tiert an die Situa­tion her­an­ge­hen. Mir feh­len bei den ent­spre­chen­den Debat­ten die Impulse von Sei­ten der »Krea­ti­ven«. Allein der Bei­trags­ti­tel zeigt Män­gel auf, wenn es heißt, dass es um Arbeits­be­din­gun­gen von »Krea­ti­ven« geht, aber diese sind zu viel­sei­tig, wie auch ihre Arbeits­an­sprü­che und die opti­ma­len Bedin­gun­gen. Und mit dem Bei­spiel der Frie­de­ri­ken­straße 37 würde nur ein gerin­ger Teil der »Krea­tiv­wirt­schaft« bedient, ein Teil der sich viel mehr in einer grauen Zone zwi­schen hob­by­is­tisch und wirt­schaft­lich bewegt.

  2. Kreatives Leipzig - geschrieben am 2. November 2012 um 09:19 Uhr - #

    Hallo Timmy, vie­len Dank für deine Hin­weise. Die Pro­ble­ma­tik Raum ist von vie­len Sei­ten the­ma­ti­siert und auch in aller Breite dis­ku­tiert wur­den — nicht zuletzt waren dies For­de­run­gen, die bei meh­re­ren unse­rer FOKUS-Veranstaltungen erho­ben wur­den. Inso­fern ver­fol­gen wir mit Inter­esse und Neu­gier, wel­che Ent­schei­dun­gen in der Lokal­po­li­tik hierzu getrof­fen werden.

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