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Interview mit Christian Bollert (detektor.fm) über den Deutschen Radiopreis, den nahenden 3. Geburtstag von detektor.fm und Robbie Williams

13.09.2012

Hallo, erst ein­mal natür­lich herz­li­chen Glück­wunsch zum Deut­schen Radio­preis. Viele sind jetzt ganz stolz dar­auf, dass ihr den Preis nach dem Fuß­ball­ra­dio 90elf zum zwei­ten Mal in Folge nach Leip­zig holen konn­tet. Für alle, die den Preis nicht ken­nen: Was bedeu­tet er, wer wählt die Preis­trä­ger aus und wie viel ist er wert?

Der Deut­sche Radio­preis ist der wich­tigste Preis im Radio, den es in Deutsch­land zu gewin­nen gibt – des­we­gen sind wir auch wahn­sin­nig stolz, dass das Kon­zept „Crowd Radio“ die Jury des Grimme-Institutes, die die Preis­trä­ger aus­wählt, über­zeu­gen konnte. Es ist toll, dass unsere täg­li­che Arbeit deutsch­land­weit eine so hohe Aner­ken­nung erfährt.
Du hast es schon erwähnt – die Aus­zeich­nung habt ihr für das Kon­zept „Crowd Radio“ in der Preis­ka­te­go­rie „Inno­va­tion“ erhal­ten. Was genau hat die Jury hieran überzeugt?

Es gibt eine etwas län­gere Begrün­dung, die man sich auch auf der Seite des Radio­prei­ses durch­le­sen kann. Die Idee, Crowd Radio zu machen, stammt von der Agen­tur fri­schr aus Erfurt. Sie sind auf uns zuge­kom­men, weil sie detektor.fm als Netz­ra­dio erkannt haben, wel­ches sich neuen For­men wid­met und dabei Jour­na­lis­mus ins 21. Jahr­hun­dert trans­por­tie­ren will. Als sie uns dann gefragt haben, ob wir nicht Lust auf so eine App haben, die den Hörern die Mög­lich­keit gibt, sich über das Smart­phone zu betei­li­gen, haben wir natür­lich ja gesagt. Zum Inter­net­kon­gress re:publica haben wir die Idee aus­pro­biert und gemerkt, dass das sehr gut funk­tio­niert. Neben Mode­ra­tor, Exper­ten und Redak­teur kön­nen dadurch die Hörer und Nut­zer ein­ge­bun­den und die Sen­dung mit einer zusätz­li­chen Ebene berei­chert wer­den. Damit wird die Sen­dung ins­ge­samt attrak­ti­ver. Diese Tech­no­lo­gie und ihr geziel­ter Ein­satz über­zeugte die Jury so sehr, dass sie gesagt haben, dies sei die beste Inno­va­tion 2012.

Wie wählt ihr aus den von der Crowd ein­ge­reich­ten Bei­trä­gen aus, was tat­säch­lich gesen­det wird?

Natür­lich gibt es am Ende noch einen Chef vom Dienst, der sich alle Sachen ein­mal anhört oder durch­liest, und am Ende ent­schei­det, was passt in die Sen­dung, was ist für die ein­zel­nen The­men am Inter­es­san­tes­ten oder was ist juris­tisch unbe­denk­lich. Dar­aus wird dann die Sen­dung zusam­men­ge­stellt. Die jour­na­lis­ti­sche Arbeit hört also nicht auf, son­dern hat sich nur ver­la­gert. Das Mate­rial kommt von alleine rein, muss dann aber gesich­tet und geprüft wer­den – was ja eine grund­jour­na­lis­ti­sche Auf­gabe ist: Aus einem Wust von Infor­ma­tio­nen das Wesent­li­che herauspicken.

Ins­ge­samt seid ihr nun schon seit fast drei Jah­ren auf Sen­dung – neben dem Deut­schen Radio­preis habt ihr auch andere Aus­zeich­nun­gen erhal­ten. Fei­ern möch­tet ihr das alles Anfang Dezem­ber. Kannst du schon ver­ra­ten, was uns da erwar­ten wird?

Ja, wir wol­len uns auch beim Geburts­tag ein wenig wei­ter­ent­wi­ckeln: Wir pla­nen in die­sem Jahr eine Dis­kus­si­ons­runde – unter ande­rem in Koope­ra­tion mit Krea­ti­ves Leip­zig e. V. – zum Thema Kul­tur– und Krea­tiv­wirt­schaft, wel­che Bedeu­tung hat sie, vor allem auch in der Poli­tik: Hat die Poli­tik schon erkannt, wel­che Rolle die Krea­ti­ven auch für die Wirt­schaft ins­ge­samt spie­len wer­den? Wir sind da schon sehr gespannt, wen wir da alles für das Podium gewin­nen kön­nen.
Außer­dem wird es natür­lich auch in die­sem Jahr wie­der eine Party geben, wo wir alle Hörer, die in der Region Leip­zig leben, ein­la­den, mit dabei zu sein. Ich glaube, mit Fug und Recht sagen zu kön­nen, dass das bis­her in jedem Jahr ein sehr schö­ner Abend war. Wir sind auch schon im Gespräch mit meh­re­ren Bands, ob sie Anfang Dezem­ber Zeit haben und vor­bei­kom­men kön­nen. Den 8. Dezem­ber 2012 (Sams­tag­abend) sollte man sich also schon mal freihalten.

Zu guter Letzt die Frage, die bestimmt viele inter­es­siert: Wie ist er so, der Rob­bie Wil­liams? Ihr durf­tet ihn ja bei der Ver­lei­hung des Radio­prei­ses ken­nen­ler­nen.. Und wird er denn jetzt auch auf detektor.fm zu hören sein?

Er war jetzt neu­lich tat­säch­lich bei detektor.fm zu hören, näm­lich am Tag nach dem wir den Preis erhiel­ten, haben wir „Let me enter­tain you“ von ihm gespielt. Zum Glück war Gre­gor, unser Musik­chef, da noch im Urlaub und hat‘s nicht mit­be­kom­men.. Aber in Zukunft wird Rob­bie Wil­liams wahr­schein­lich auch wei­ter­hin nicht gespielt – ich weiß natür­lich nicht, was er in nächs­ter Zeit für Plat­ten macht, viel­leicht über­zeugt er unsere Musik­re­dak­tion ja noch. Er hat den Radio­ma­chern bei der Preis­ver­lei­hung eine rich­tig gute Platte ange­kün­digt – war­ten wir‘s ab, was da jetzt kommt. Aber die Chan­cen sind wohl eher gering, dass wir ihn spie­len wer­den. Ein­mal musste natür­lich sein, wenn er uns schon den Preis per­sön­lich über­reicht. Und ich fand ihn auch abso­lut sym­pa­thisch, er war sehr nett, sehr iro­nisch, sehr selbst­re­flek­tiert und wit­zig, dabei höchst pro­fes­sio­nell – also ein sehr ange­neh­mer Gesprächspartner.

 

Das Inter­view führte für Krea­ti­ves Leip­zig e. V. Frank Trepte.