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Eric Poscher über Transporträder, Co-Working und Fabbing — Teil 5 unserer Interview-Serie Leipzig INTERNATIONAL

26.11.2012

Eric Poscher wuchs in Vor­arl­berg auf und ist vie­len in Leip­zig vor allem auf­grund sei­nes Enga­ge­ments für nach­hal­tige Mobi­li­tät und als Teil der Leip­zi­ger Fab­Lab – Initia­tive bekannt. Was ihn nach Leip­zig gebracht hat und wie Leip­zig für ihn zur Hei­mat wurde, ver­riet er gegen­über kreatives-leipzig.de.

Eric, wie kam es denn bei dir dazu, dass du nach Leip­zig gekom­men bist? Kann­test du die Stadt bereits?

Ich war vor etli­chen Jah­ren schon mal kurz in Leip­zig um eine Freun­din zu besu­chen und lernte die Stadt damals ein wenig ken­nen. Im Som­mer 2009 hat­ten wir Besuch von einem Cowor­king–Inter­es­sen­ten aus Leip­zig, der eine Reise machte, um einige Cowor­kings­paces zu Besu­chen. Er war Teil einer Gruppe von Leu­ten, die den ers­ten Cowor­king Space in Leip­zig grün­den woll­ten, mit denen ich fortan in Kon­takt war.  Ich war damals Mana­ger des net cul­ture lab in Dorn­birn, einem Cowor­king Space und Innovationslabor.

Als ich dann durch eine Bezie­hung regel­mäs­sig nach Leip­zig kam, war der Cowor­king Space ein guter Punkt um anzu­do­cken. Für mich als Pend­ler natür­lich sehr von Vor­teil, so dass ich das Ange­bot gerne nutzte und so immer mehr Leute aus Leip­zig ken­nen­lernte. Ein Cowor­king Space ist ja viel mehr als nur ein fle­xi­bler Arbeitsplatz..

Die ent­stan­de­nen Pro­jekte haben dich dann nach Leip­zig gelockt?

Cowor­king erleich­tert es unge­mein, in einer zunächst neuen Stadt anzu­kom­men. Zudem erhoffte ich mir, in Leip­zig leich­ter einen Atelier-Raum zu fin­den, was sich aber nicht so recht erfül­len wollte. Nach knapp zwei Jah­ren hat sich dann eini­ges geklärt und die rich­ti­gen Leute waren gefun­den um Pro­jekte umzu­set­zen. Hinzu kam natür­lich mein pri­va­tes Inter­esse, meine Fern­be­zie­hung in eine Nah­be­zie­hung zu ändern.

Und wel­che Pro­jekte sind das, die du hier umsetzt?

Seit fünf Jah­ren will ich in einer Stadt leben, in der es ein Fab­lab gibt. Also ent­we­der die Stadt wech­seln oder ein Fab­lab gemein­sam mit ande­ren auf­bauen. Nun zeich­net sich ab, dass die­ser Traum – eine Fort­füh­rung von Cowor­king und Inno­va­ti­ons­werk­statt bald umge­setzt wer­den könnte.  Hier geht es darum, Geräte für Krea­tive zur Ver­fü­gung zu stel­len, die es erlau­ben, digi­tale Ent­würfe ana­log pro­du­zie­ren zu kön­nen. Die Geräte und Maschi­nen sind zwar in der Indus­trie schon weit ver­brei­tet, für den Ein­zel­nen Krea­ti­ven aber kaum erschwing­lich bzw. zugäng­lich. Gerade, wenn es darum geht, Ent­würfe zu tes­ten, bevor man ihre pro­fes­sio­nelle Pro­duk­tion in Auf­trag gibt, sind Laser­cut­ter und 3D-Drucker super hilf­reich. Der­zeit betrei­ben wir ja ein tem­po­rä­res Fab­lab, mehr davon gibt es in Kürze.

Gutes Stich­wort: In weni­gen Tagen sprichst du auch auf der Kon­fe­renz „Open Inno­va­tion in Crea­tive Indus­tries“ als Ver­tre­ter der Leip­zi­ger Fab­Lab – Initia­tive. Was erwar­test du dir von der Veranstaltung?

Einer­seits bringt die Inno­va­ti­ons­kon­fe­renz Akteure aus unter­schied­li­chen Städ­ten, Län­dern und Ein­rich­tun­gen zusam­men und nach Leip­zig, ande­rer­seits kom­men auch die Fab­Lab – Szene aus unter­schied­li­chen Initia­ti­ven Deutsch­lands und den Nie­der­lan­den hier­her. Damit kann das Thema und die Vor­teile eines Fab­L­abs gegen­über der Ver­wal­tung bekann­ter gemacht wer­den. Ande­rer­seits spre­chen wir natür­lich auch Krea­tive aus Leip­zig an, die sich im Rah­men der „Fab­Lab Expe­ri­ence“ anschauen kön­nen, was ein Fab­Lab ihnen bie­ten kann und wie sie es nut­zen können.

Was genau erwar­tet einen dort?

Es wird zwei Laser­cut­ter, einen 3D-Drucker und andere Geräte, auch eine Strick­ma­schine, geben. Alle kön­nen ihre Ideen mit­brin­gen, diese gemein­sam mit dem Team vom Fab­Lab digi­ta­li­sie­ren und umsetzen.

Ein wei­te­res Pro­jekt von dir sind ja Lastenräder?

Genau. Ich hatte mich vor eini­gen Jah­ren im Rah­men mei­ner Diplom­ar­beit mit urba­ner Mobi­li­tät und ihrer nach­hal­ti­gen Gestal­tung beschäf­tigt. Vor drei Jah­ren hatte ich mir selbst ein Transport-Rad besorgt, um damit grö­ßere Las­ten bewe­gen zu kön­nen und das Rad nicht nur als Ver­kehrs­mit­tel zu nut­zen. Auf das Rad habe ich eine mobile Theke mon­tiert, die man für ver­schie­dene Ver­an­stal­tun­gen nut­zen kann. Mitt­ler­weile gibt es für sol­che Pro­jekte eine eigene Firma, näm­lich „rad3“. Dort wer­den elek­tri­sche und klas­si­sche Trans­por­t­rä­der unter­schied­li­chen Types gebaut und ver­kauft – für die Kin­der der Fami­lie, als schnel­ler Las­ten­trans­port für die Stadt oder als Teil eines Geschäfts­kon­zep­tes wie ein Kaffeerad.

Ihr habt seit Kur­zem auch einen Laden..

Ja, seit Juni 2012 fin­det man uns an der Ecke Erich-Kühn-Straße/Georg–Schwarz-Straße. Dort kann man eine ganze Reihe von Trans­por­t­rä­dern – vom Fami­li­en­rad bis zum Bäck­er­rad – sehen und auch Probe fahren.

Vie­len Dank für das inter­es­sante Gespräch.

Das Inter­view führte Frank Trepte.

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