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Platte, Schraube, Fuge. | 24.06.-04.07.2010

24.06.2010

Das Leip­zi­ger Kol­lo­na­den­vier­tel kennt wahr­schein­lich nicht jeder. Es liegt rela­tiv unschein­bar zwi­schen West– und Burg­platz und fällt eher durch seine Plattenbau-Architektur auf als durch die pom­pö­sen Alt­bau­ten und Fla­nier­mei­len, denen man sonst in der Innen­stadt begeg­net. Der Kunst­ver­ein Leip­zig und die Künst­ler­re­si­denz *blu­men* sind nun bestrebt das Poten­zial die­ses Vier­tels her­vor­zu­he­ben und laden des­halb ab heute zum Fes­ti­val “Platte, Schraube, Fuge.” und Expe­ri­men­ten zwi­schen Stadt, Kör­per und Raum ein.

Ihre Beweg­gründe erklä­ren die Ver­an­stal­ter so: “War der städ­te­bau­li­che Dis­kurs der ver­gan­ge­nen Jahre vor allem durch Gen­tri­fi­zie­rung und schrump­fende Städte geprägt, fragt das Fes­ti­val gezielt nach dem Poten­tial unschein­ba­rer Orte. Das Kolon­na­den­vier­tel steht mit sei­nem expe­ri­men­tel­len Plat­ten­bau und sei­ner sozia­len Hete­ro­ge­ni­tät bis­her abseits der städ­ti­schen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie. In Aus­stel­lun­gen, künst­le­ri­schen Inter­ven­tio­nen, Per­for­man­ces, Stadt­wan­de­run­gen und Dis­kus­sio­nen wird es jetzt neu beleuchtet.”

Zu sehen sein wer­den künst­le­ri­sche Pro­jekte von: Frie­de­rike Bern­hardt, Moni­que Ulrich (Leip­zig), Haus am Gern (Biel), Anke Hee­le­mann (Wei­mar), Heike Geiß­ler (Leip­zig), Michelle Phe­lan (Dub­lin), Paul Plam­per, Niklas Gold­bach (Ber­lin), Jaros­lav Rudiš (Prag), Chris­toph Zieg­ler (Hamburg)

Eröff­nung:

Don­ners­tag, 24. Juni 2010 um 19 Uhr im Kunst­ver­ein Leip­zig, Kolon­na­den­straße 6, 04109 Leip­zig
Eröff­nung des Fes­ti­vals und der Aus­stel­lung “Na, noch da?” der Künst­ler­gruppe Haus am Gern

Irgendwo im Leip­zi­ger Osten steht in einem Klein­gar­ten eine Gar­ten­laube mit einem ein­ge­bau­ten staub­freien, ISO zer­ti­fi­zier­ten Rein­raum. Das Künst­ler­paar Rudolf Stei­ner und Bar­bara Meyer Cesta aus der Schweiz, das unter dem Label ›Haus am Gern‹ situa­ti­ons– und orts­spe­zi­fi­sche Arbei­ten rea­li­siert, pflegt die­sen Rein­raum samt Klein­gar­ten seit gut fünf Jah­ren und hat ihn zum welt­weit ein­zi­gen ›geschichts­freien Raum‹ erklärt.
Für das Fes­ti­val ›Platte, Schraube, Fuge. Expe­ri­mente zwi­schen Stadt, Kör­per und Zeit‹ lud der Kunst­ver­ein Leip­zig nun die bei­den Künst­ler ein, um die Aus­stel­lungs­räume in der Kolon­na­den­strasse zu bespie­len. Die Aus­stel­lung mit dem Titel ›Na, noch da?‹ ist ein Pas­ti­che einer sub­jek­ti­ven Bestands­auf­nahme über den alten und den neuen Osten Deutsch­lands – oder eben über das, was davon (noch) erkenn­bar ist. ›Haus am Gern‹ stellt für den Kunst­ver­ein Leip­zig einen Ort zusam­men, der von Sys­te­men, lücken­haf­ter Erin­ne­rung, Uto­pie, Iden­ti­tät und Men­schen spricht, über deren Geschichte die Poli­tik auch heute noch die Deu­tungs­ho­heit bean­sprucht. Das zen­trale Ele­ment der Aus­stel­lung bil­det ›das Unsicht­bar­keits­kom­bi­nat‹, eine Instal­la­tion mit vier gro­ßen Spie­geln im Raum, die je nach Stand­punkt des Betrach­ters Dinge sicht­bar machen oder eben zum Ver­schwin­den brin­gen. Bei die­sen Gegen­stän­den han­delt es sich um eine ›Platte‹, eine ›Schraube‹ und eine ›Fuge‹ - drei Mas­kott­chen in Gestalt von Kin­der­kos­tü­men. Für diese drei Figu­ren beauf­tragte Haus am Gern drei Auto­ren jeweils ein kur­zes Stück zu schrei­ben: Maren B. Gin­ge­leit, Patrick Hof­mann und Jas­per A. Fried­rich, deren Werke anläss­lich der Finis­sage am Sonn­tag, 1. August 2010 um 15 Uhr, in einer sze­ni­schen Lesung urauf­ge­führt werden.

Don­ners­tag, 24. Juni 2010 um 20 Uhr: Michelle Phe­lan “Con­ver­sa­tion Pie­ces”, 21 Uhr Live-Performance, Künst­ler­re­si­denz *blu­men*, Kolon­na­den­str. 20, 04109 Leipzig

Fes­ti­val­pro­gramm:

25. Juni,
19 Uhr: Rund­gang mit den Künst­le­rin­nen und Künst­lern, Teff­punkt: Kunst­ver­ein Leipzig

26. Juni,
19 Uhr: Paul Plam­per “Hoch­haus” mit einem Video-Triptychon von Niklas Gold­bach, Treff­punkt: Kunst­ver­ein Leipzig

27. Juni,
15 Uhr: Plat­ten­cup – Das Tisch­ten­nis­tur­nier, Treff­punkt: Kunst­ver­ein Leipzig

28. Juni,
19 Uhr: Heike Geiß­ler und Jaros­lav Rudiš – Lesung, Apels Garten

29. Juni,
19 Uhr: Neue Musik an Neuen Orten? Vor­trag von Flo­rian Arndtz, Künst­ler­re­si­denz *blumen*

30. Juni,
19 Uhr: Plat­ten­ge­spräch mit Frank Haas (Grün­flä­chen­amt Leip­zig), Dr. Frie­der Hof­mann (ehem. Chef­ing. Gestal­tung, Bau­kom­bi­nat Leip­zig), Dipl.-Ing. Sieg­fried Kober (ehem. Abtei­lungs­lei­ter Umge­stal­tungs­ge­biete beim Büro des Chef­ar­chi­tek­ten der Stadt Leip­zig), Cle­mens Wol­ter­eck (Archi­tekt), Treff­punkt: Kunst­ver­ein Leipzig

1. Juli,
19 Uhr: Map­ping His­to­ries – Stadt­wan­de­rung durch das Kolon­na­den­vier­tel, Treff­punkt: Kunst­ver­ein Leipzig

3. Juli,
14 Uhr: Kunst und öffent­li­cher Raum im Kolon­na­den­vier­tel - Stadt­wan­de­rung mit Bernd Sikora, Treff­punkt: Kunst­ver­ein Leip­zig
19 Uhr: Rundgang,Treffpunkt: Kunst­ver­ein Leipzig

4. Juli,
14 Uhr: Paul Plam­per “Hochhaus”,Treffpunkt: Kunst­ver­ein Leip­zig
18 Uhr: Michelle Phe­lan “Con­ver­sa­tion Pie­ces”, Per­for­mance, Künst­ler­re­si­denz *blu­men*
19 Uhr: Rundgang,Treffpunkt: Kunst­ver­ein Leipzig

Öff­nungs­zei­ten wäh­rend des Fes­ti­vals: Werk­tags 16 bis 21 Uhr und an den Wochen­en­den 14 bis 21 Uhr.

Das aus­führ­li­che Fes­ti­val­pro­gramm und alle Betei­lig­ten fin­det unter www.kunstvereinleipzig.de

Platte, Schraube, Fuge. Leipzig

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