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Produkttest: wacom inkling

19.12.2011

Heute gibt’s mal was ande­res: Und zwar habe ich von wacom die Mög­lich­keit bekom­men, den inkling zu tes­ten. Wer wacom kennt, hat meist Gra­fik­ta­bletts im Kopf. In eine ähn­li­che Rich­tung geht auch der Inkling, jedoch besteht das Gerät nur aus einem Zei­chen­stift und einem Emp­fän­ger, der oben ans Papier geklemmt wird.  Ziel ist es, ana­log zu skiz­zie­ren und das Ganze dann gleich­zei­tig zu digi­ta­li­sie­ren. Ziel­gruppe dürf­ten also Gra­fi­ker, Illus­tra­to­ren, Archi­tek­ten und auch ansons­ten alle sein, die Skiz­zen und Zeich­nun­gen anfer­ti­gen. Spe­zi­al­pa­pier ist nicht nötig.

Kurz zu den Spe­zi­fi­ka­tio­nen: Der inkling wird mit einem Etui gelie­fert, was in etwa die Größe eines sehr schma­len Brillen-Etuis besitzt und gleich­zei­tig als Lade­sta­tion dient. Dort kann man den Stift und den Emp­fän­ger ver­stauen und es fin­den sich noch 4 Ersatz­mi­nen sowie das USB-Kabel zur Über­tra­gung auf den Rech­ner darin. Alles in allem ist das Ganze sehr leicht und hand­lich und eig­net sich super zum Mit­neh­men neben dem Notiz­buch. Laut wacom hält der Akku des Stif­tes bis zu 15 Stun­den, der des Emp­fän­gers bis zu 8 Stun­den. Die Lade­dauer ist mit bis zu 3 Stun­den angegeben.

Die Hand­ha­bung:

Damit der Emp­fän­ger nicht ver­rutscht, sollte man die­sen an meh­rere Blät­ter klam­mern. Im mit­ge­lie­fer­ten Manager-Programm kann man außer­dem vor­ein­stel­len, an wel­cher Seite des Blat­tes man den Emp­fän­ger anbrin­gen möchte – je nach Schreib-/Zeichen-Gewohnheiten. Mit einem Tas­ten­druck ist der Emp­fän­ger ein­ge­schal­tet und der Stift schal­tet sich selbst ein, sobald man ihn auf das Blatt auf­ge­setzt hat. Die ers­ten Stri­che wer­den aller­dings unter Umstän­den noch nicht mit auf­ge­zeich­net. Der Stift ist recht dick, wes­halb das für viele anfangs etwas unge­wohnt sein dürfte. Außer­dem funk­tio­niert er mit Kugelschreiber-Minen. Wer also nor­ma­ler­weise mit Copic-Finelinern o.ä. arbei­tet, muss sich auch hier umstel­len, da aus­schließ­lich Kuli-Minen ver­wen­det wer­den kön­nen.
Das Schöne: Es gibt schon wäh­rend des Zeich­nens die Mög­lich­keit, Ebe­nen zu erstel­len. Mit einem Knopf­druck auf die rechte Seite des Emp­fän­gers wird eine neue Ebene erstellt. Zeich­nen kann man auf einer Flä­che bis zur Größe A4 und der Stift unter­schei­det bis zu 1024 Druckstufen.

Vom Blatt auf den Rechner:

Ist man mit der Skizze fer­tig,  steckt man den Emp­fän­ger in das Etui und das Etui dann per USB-Kabel an den Com­pu­ter. Die mit­glie­ferte Soft­ware star­tet auf dem Mac auto­ma­tisch (win­dows habe ich nicht getes­tet) und liest auch auto­ma­tisch die Skiz­zen ein. Die Soft­ware an sich hat ansons­ten wenig eigene Funk­tio­nen, was aber nicht so dra­ma­tisch ist, da die Nut­zer wahr­schein­lich sowieso Gra­fik­pro­gramme auf ihrem Com­pu­ter haben. Sehr schön ist die direkte Export­funk­tion nach Pho­to­shop und Illus­tra­tor. Unter­stütze Pro­gramme sind: Adobe Pho­to­shop oder Illus­tra­tor (CS3+), Auto­desk Sketch­Book Pro oder Sketch­Book Desi­gner (2011+).

Ich habe im Illus­tra­tor getes­tet und dort sind sowohl die ange­leg­ten Ebe­nen vor­han­den, als auch die Ele­mente in Pfa­den. Impor­tiert wird mit einem Kalligraphie-Pinsel, um die Strich­stär­ken zu simulieren.

Was sofort nega­tiv auf­fällt sind die vie­len Anker­punkte, die erstellt wer­den. Das ist zum einen ver­ständ­lich, macht aber zum ande­ren eine Bear­bei­tung sehr sehr müh­sam. Um gra­fisch sau­ber mit so wenig Anker­punk­ten wie mög­lich zu arbei­ten, sollte man wohl doch auf her­kömm­li­che Metho­den zurück­grei­fen und Gra­fi­ken ein­scan­nen und nachbauen.

Was bei mir außer­dem der Fall war: Die Stri­che wir­ken immer recht wacke­lig und nicht exakt. Teil­weise waren die Ergeb­nisse wirk­lich ver­scho­ben. Das mag daran lie­gen, dass sich das Papier bei beim Zeich­nen bewegt. Genau sagen kann ich es aber nicht – zumal wacom den inkling ja auch als “für unterwegs”-Produkt anpreist. Dort habe ich wahr­schein­lich in den sel­tens­ten Fäl­len einen ruhi­gen, gera­den Unter­grund mit einem sich nicht bewe­gen­den Blatt zur Ver­fü­gung. Even­tu­ell ist es aber auch nur Gewöh­nungs­sa­che. Um dazu etwas sagen zu kön­nen, wäre ein län­ge­rer Test notwendig.

Fazit?

Um unter­wegs schnelle Skiz­zen anzu­fer­ti­gen und diese gleich zu digi­ta­li­sie­ren, ist der inkling ein wun­der­ba­res Pro­dukt. Mein Ziel wären jetzt eher typo­gra­phi­sche und illus­tra­to­ri­sche Dinge gewe­sen, aller­dings denke ich, dass der Stift dazu nicht prä­zise genug arbei­tet. Das Pro­dukt an sich ist aber auf jeden Fall sehr inno­va­tiv und wird hof­fent­lich schnell wei­ter ent­wi­ckelt. Das Poten­zial ist da und für alle, die wie ich trotz iPad und Co Papier mögen, wäre das eine schöne Brü­cke, um die Ent­würfe ohne Scan­ner schnell ins Gra­fik­pro­gramm zu bekommen.

Kommentare (1)

  1. Melanie - geschrieben am 19. Dezember 2011 um 21:17 Uhr - #

    Schö­ner Bei­trag, beant­wor­tet all die Gedan­ken & Fra­gen, die ich mir zum Pro­dukt auch gestellt habe.

    So fällt das eigene Fazit leichter.

    Danke.

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