Neuigkeiten

Neuigkeiten-Platzhalterbild

Urheberrechte und neue Ertragsmodelle in einer revolutionierten Medienwelt | 04.05.2010

30.04.2010

Da ich lei­der ges­tern und auch heute noch arbeits­mä­ßig sehr ein­ge­spannt war und bin und kaum zum Schrei­ben komme, bin ich ein­fach mal so frei und kopiere die Pres­se­mit­tei­lung kom­plett hier rein. Ab mor­gen gibt es dann wie­der Eigen­krea­tio­nen. Es han­delt sich heute um eine Ver­an­stal­tung, die nächste Woche im Rah­men des Medi­en­treff­punk­tes in der media city stattfindet:

Krea­tiv­wirt­schaft: Geld ver­die­nen mit dem Inter­net; Erfolg­rei­che Fir­men­grün­der und Medi­en­ex­per­ten bera­ten zu Urhe­ber­rech­ten und Ver­dienst­mög­lich­kei­ten im Netz

Gute Nach­rich­ten für die Leip­zi­ger Krea­tiv­wirt­schaft. Paid con­tent, also bezahl­ter Inhalt aus digi­ta­len Medien, ist wie­der auf dem Vor­marsch. Nach einer aktu­el­len Stu­die des Bran­chen­ver­ban­des BITKOM steigt die Zahl der Internet-Nutzer, die bereit ist, für Inhalte aus dem Netz zu zah­len. Die Unter­su­chung kommt zu dem Schluss, dass 39 Pro­zent der Internet-Nutzer bei­spiels­weise für gute jour­na­lis­ti­sche Berichte zah­len wür­den. Auch der Sie­ges­zug von App­les iPad hat die Dis­kus­sion posi­tiv befördert.

„Anbie­ter im Inter­net ste­hen heute vor der Her­aus­for­de­rung, mit intel­li­gen­ten Geschäfts­mo­del­len eine Bezahl-Kultur auch für an sich freie Inhalte auf­zu­bauen“, erklärt Michael Kör­ner, Spe­zia­list für neue Medien im Amt für Wirt­schafts­för­de­rung Leip­zig. „Dem gegen­über steht eine über Jahre gewach­sene und gepflegte Kostenlos-Mentalität der Web-User.“ Vor­aus­set­zung dafür sei aber, so Kör­ner, die ein­deu­tige Rege­lung der Urhe­ber­rechte für digi­tale Ange­bote. Was pas­siert mit mei­nen Tex­ten, Fotos oder Gra­fi­ken im Inter­net? Wie kann ich meine Rechte an mei­nen Leis­tun­gen schüt­zen? Wel­che Ansprü­che kann ich wann und wie gel­tend machen? Wel­che Schutz­rechte beste­hen an vir­tu­el­len Gütern und Online– Krea­tio­nen? Die­sen Fra­gen stellt sich die Ver­an­stal­tung “Urhe­ber­rechte und neue Ertrags­mo­delle in einer revo­lu­tio­nier­ten Medi­en­welt“ am 4. Mai 2010 um 11.30 Uhr, die das Amt für Wirt­schafts­för­de­rung im Rah­men des Medi­en­treff­punk­tes Mit­tel­deutsch­land (3. bis 5. Mai 2010) für die Krea­tiv­wirt­schaft anbie­tet.
„Abso­lut pra­xis­ori­en­tiert haben wir erfolg­rei­che Fir­men­grün­der und Medi­en­ex­per­ten aus den Berei­chen Film, Radio, Games, Buch und Recht ein­ge­la­den, anhand ihrer Erfah­run­gen die Chan­cen und Risi­ken der Ver­net­zung der tra­di­tio­nel­len Medi­en­welt mit neuen Geschäfts– und Ver­dienst­mög­lich­kei­ten dar­zu­stel­len“ sagt Michael Kör­ner.
Im Podium berich­ten über ihre Geschäfts– und Finan­zie­rungs­mo­delle: Chris­tian Bol­lert (detektor.fm), Mathias Schind­ler (Wiki­me­dia Deutsch­land e. V.), Ste­fan Kluge (VEB Film), Mar­tin Frölich und Felix Hof­mann (PaperC GmbH) sowie Renè Meyer (Games-Experte). The­ma­ti­sche Schwer­punkte sind unter ande­rem freie Lizen­zen, Finan­zie­rung über Spen­den, Trends im Ver­lags­we­sen und Wis­sen­s­tei­lung.
Rechts­an­walt Chris­tian Czir­nich wid­met sich den recht­li­chen Pro­ble­men der Medi­en­in­dus­trie, äußert sich zu dem Phä­no­men der „Abmahn­wirt­schaft“ und bie­tet prak­ti­sches Know­how, wie man Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen fest­stellt und dage­gen gege­be­nen­falls vor­geht. Zum ande­ren wird er dar­auf ein­ge­hen, wie sich betrof­fene Krea­tive ver­hal­ten kön­nen, wenn eine Abmah­nung ins Haus flattert.

Hin­ter­grund Krea­tiv­wirt­schaft in Leip­zig:
Laut For­schungs­be­richt des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums „Gesamt­wirt­schaft­li­che Per­spek­tive der Kul­tur– und Krea­tiv­wirt­schaft“ von 2008 set­zen Deutsch­lands Krea­tive jähr­lich 132 Mil­li­ar­den Euro um. Die Bran­che beschäf­tigt mit rund 1 Mio. Erwerbs­tä­ti­gen mehr Men­schen als die Auto­mo­bil­in­dus­trie. Allein die säch­si­sche Kul­tur– und Krea­tiv­wirt­schaft erzielt mit 8.500 Unter­neh­men und rund 40.000 Beschäf­tig­ten einen Jah­res­um­satz von drei Mil­li­ar­den Euro. Der aktu­elle Kul­tur­wirt­schafts­be­richt erwar­tet mehr als 90.000 Beschäf­tigte in den nächs­ten Jah­ren. Auch in Leip­zig hat man die Zei­chen der Zeit erkannt und setzt auf die Krea­tiv­wirt­schaft als Stand­ort­fak­tor. Eine gezielte För­de­rung der Krea­tiv­wirt­schaft soll Arbeits­plätze in der Region sichern und Lebens­qua­li­tät und Außen­wir­kung der Stadt ver­bes­sern. Leip­zig besitzt gute Aus­gangs­be­din­gun­gen. Aktu­ell arbei­ten rund 10.000 Beschäf­tigte in der Krea­tiv­wirt­schaft. Die mehr als 1.900 Betriebe bedeu­ten einen Anteil von 8,4 Pro­zent an der gesam­ten Leip­zi­ger Wirt­schaft. Die Mes­se­stadt hat mit der Buch­messe, der brei­ten Uni­ver­si­täts– und Hoch­schul­land­schaft – vor allem mit der Hoch­schule für Gra­fik und Buch­kunst sowie der Hoch­schule für Musik und Thea­ter – eine viel­fäl­tige pro­fes­sio­nelle Szene und ein gut ent­wi­ckel­tes sozio­kul­tu­rel­les Umfeld. Das sind beste Vor­aus­set­zun­gen, ein Hot­spot der Krea­ti­ven in Mit­tel­deutsch­land zu werden.

Die Refe­ren­ten:

Ste­fan Kluge, gebo­ren 1977, auf­ge­wach­sen in Ost­deutsch­land und Nord­afrika. Seine krea­ti­ven Wur­zeln lie­gen in der Home­com­pu­ter­szene. In den 90ern ent­wi­ckelte er Com­pu­ter­spiele, stu­dierte dann Infor­ma­tik in Leip­zig und grün­dete 2004 das Net­la­bel VEB FILM Leip­zig, das durch die Ver­öf­fent­li­chung des ers­ten deut­schen Open-Source-Films bekannt wurde. Er pro­du­zierte drei Open-Source-Dokumentarfilme und arbei­tet der­zeit an der Fer­tig­stel­lung des ers­ten Open-Source-Spielfilms des Labels. Kluge berich­tet regel­mä­ßig über seine Erfah­run­gen mit der Strai­ght to Internet-Filmproduktion.

Chris­tian Bol­lert
arbei­tet seit eini­gen Jah­ren als freier Autor für diverse ARD-Anstalten. Zudem schrieb und sprach er für den MDR (MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt) sowie den RBB (Antenne Bran­den­burg) Hör­fun­knach­rich­ten. Aus­ge­bil­det wurde Chris­tian Bol­lert an der Universität Leip­zig im Stu­di­en­gang Diplom-Journalistik mit dem Schwer­punkt Poli­tik. Im Rah­men sei­nes Stu­di­ums absol­vierte er ein Volon­ta­riat im Hörfunk des MDR. 2007 wurde seine Repor­tage „Die Steile Wand von Mee­rane“ beim Axel-Springer-Preis aus­ge­zeich­net. Im glei­chen Jahr erhielt er ein Sti­pen­dium der „IJP“ (Inter­na­tio­nale Jour­na­lis­ten Pro­gramme) und arbei­tete im Zuge des­sen beim Alge­meen Dagb­lad in Rot­ter­dam. Im Jahr 2005 hat Chris­tian Bol­lert den gemeinnützigen Ver­ein „Focke­berg­zeit­fah­ren e.V.“ mit­ge­grün­det und ver­an­stal­tet jähr­lich das „Focke­berg Zeit­fah­ren“ sowie seit 2008 das „Pro­log Fes­ti­val“. Chris­tian Bol­lert ist redak­tio­nel­ler Geschäfts­füh­rer von detektor.fm.
Mar­tin Fröh­lich ist seit Juni 2008 Geschäfts­füh­rer der PaperC GmbH und für Ver­lags­ak­quise, Mar­ke­ting und die mediale Auf­merk­sam­keit der Firma zustän­dig. Zuvor war er als stu­den­ti­scher Mit­ar­bei­ter, Prak­ti­kant und Diplo­mand bei Sie­mens Busi­ness Ser­vices (Paris/Frankreich), Sie­mens Auto­ma­tion and Dri­ves (Chengdu/China)und Sie­mens Wind Power (Brande/Dänemark) tätig. Neben dem Stu­dium arbei­tete er bei der Rechts­an­walt­kanz­lei Ham­monds sowie an zwei For­schungs­pro­jek­ten. Er hat sein Wirt­schafts­stu­dium an der FHW Ber­lin als Diplom-Kaufmann abgeschlossen.

Felix Hof­mann ist Mit­grün­der der PaperC GmbH und als Geschäfts­füh­rer zustän­dig für Stra­te­gie und Con­trol­ling. PaperC hat sich als Start-up das Ziel gesetzt, die füh­rende Platt­form für elek­tro­ni­sche Fach­bü­cher und Arti­kel im Inter­net zu wer­den. Vor Grün­dung des Unter­neh­mens hat Felix Hof­mann an der Uni­ver­si­tät St. Gal­len den Stu­di­en­gang Tech­no­lo­gie­ma­nage­ment (M.A. IMT) sowie Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten (Diplom) an der FHW Ber­lin stu­diert.

René Meyer
arbei­tet seit 1992 als Jour­na­list zu The­men rund um Com­pu­ter und digi­tale Spiele, vor allem für die Frank­fur­ter All­ge­meine Zei­tung. Der Leip­zi­ger ist Autor von mehr als sech­zig Büchern. Sein Redak­ti­ons­büro, Die Schreib­fa­brik, betreibt eine der besu­cher­stärks­ten Web­sites für Computerspieler.

Chris­tian Czir­nich ist als Rechts­an­walt in eige­ner Kanz­lei tätig, spe­zia­li­siert auf die Gebiete Wirt­schafts­recht und Ver­trags­ge­stal­tung sowie die Berei­che EDV– und Inter­net­recht, Urheber-, Mar­ken und Wett­be­werbs­recht. Fach­prä­sen­ta­tio­nen und Work­shops zu IT-Sicherheit, Urhe­ber­recht und E-Commerce run­den sein Port­fo­lio ab. Inter­views oder State­ments von Chris­tian Czir­nich erschie­nen in Publi­ka­tio­nen wie Focus und PC Magazin.

Mode­ra­tion:
Jür­gen Christ ist seit mehr als 25 Jah­ren in Online-Medien aktiv, arbei­tet als Trends­cout, Bera­ter und Per­so­nal Coach für Web­me­dien sowie als Fach­jour­na­list. Zu sei­nen Schwer­punk­ten zäh­len E-Mail-Kommunikation, Web Com­mu­nities und Social Media. Jür­gen Christ ist freier Dozent für Web­me­dien und Website-Gestaltung an der Hoch­schule für Gra­fik und Buch­kunst in Leip­zig, mode­riert Dis­kus­si­ons­fo­ren und gibt Semi­nare für Unter­neh­men, bei­spiels­weise im Auf­trag des Mit­tel­deut­schen Kom­pe­tenz­zen­trums für den elek­tro­ni­schen Geschäftsverkehr.

Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2010

Woanders wird gesagt …

  1. Nachtrag: Medientreffpunkt | Kreatives Leipzig - geschrieben am 8. Mai 2010 um 22:33 Uhr

    […] hat eine schöne Zusam­men­fas­sung für die Ver­an­stal­tung »Urhe­ber­rechte und neue Ertrags­mo­delle in einer revo­lu­tio­nier­ten Medi­en­welt« geschrie­ben, auf der auch die Leip­zi­ger Krea­tiv­wirt­schaft zu Wort kam, unter ande­rem detektor.fm […]

Kommentar verfassen

Melde Dich mit Deinem Facebook- oder Twitter-Account an:

Connect with Facebook

Oder fülle einfach folgende Felder aus: