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Wissen: Stellensuche per Twitter? Social Media im Bereich HR

27.04.2010

Vor kur­zem ist eine Stu­die erschie­nen, die Soci­al Media ℠ im Per­so­nal­be­reich unter­sucht. Die­se möch­te ich kurz vor­stel­len, da es vor allem für den Nach­wuchs auf Job­su­che wich­tig ist, zu wis­sen, wie sich dort aktu­el­le Ent­wick­lun­gen dar­stel­len.

Aus­ge­wer­tet wur­den 548 Fra­ge­bö­gen von Teil­neh­mern aus Deutsch­land und 103 Fra­ge­bö­gen aus Öster­reich. Vor­wie­gend befragt wur­den Per­so­na­ler aus Unter­neh­men, um die Ergeb­nis­se auf die klas­si­sche HR und nicht auf Per­so­nal­dienst­leis­ter zu fokus­sie­ren. Hier möch­te ich mich auf die Ergeb­nis­se aus Deutsch­land kon­zen­trie­ren.

Soci­al Media ist mitt­ler­wei­le auch in den Per­so­nal­ab­tei­lun­gen ange­kom­men. Die bei­den Haupt­funk­tio­nen wer­den vor allem im Recrui­ting und Employ­er Bran­ding gese­hen. So sehen in Deutsch­land 74 % der Per­so­na­ler als ein für Recrui­ting geeig­ne­tes Instru­ment. Arbeit­ge­ber-Mar­ken­bil­dung folgt mit 71 % knapp dahin­ter.

Die Nut­zung von Soci­al Media wird im HR-Bereich in die­sem Jahr anstei­gen. Wäh­rend 39 % der befrag­ten Unter­neh­men in Deutsch­land SM schon aktiv nut­zen, wol­len wei­te­re 27 % zukünf­tig in die­sem Bereich aktiv wer­den. Nur 10 % wer­den auch in Zukunft SM nicht im HR-Bereich nut­zen.

Inter­es­sant ist, dass für den Schritt in die Nut­zung kaum Hil­fe von Drit­ten in Anspruch genom­men wird, obwohl es inzwi­schen Exper­ten für der­ar­ti­ge Diens­te gibt. Ein Groß­teil der Fir­men beginnt ganz ein­fach nach inter­ner Bera­tung.

Bei den Soci­al-Media-Diens­ten scheint Xing ganz oben zu ran­gie­ren. 68 % der deut­schen Per­so­na­ler wol­len Xing in Zukunft für ihre Belan­ge nut­zen. Face­book folgt an zwei­ter Stel­le — jedoch erst mit 26 %. You­tube liegt bei 16 %, Twit­ter gar nur bei 15 %. Richt­li­ni­en zur Nut­zung schei­nen dabei nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le zu spie­len. Ein Groß­teil der Unter­neh­men hat kei­ne Gui­de­li­nes zur Ori­en­tie­rung für die Nut­zung vor­lie­gen. Jedoch konn­ten schon 65 % der Befrag­ten Bewer­ber direkt oder indi­rekt über Soci­al Media ein­stel­len.

Der Wachs­tums­kurs von SM scheint wei­ter­hin unge­bro­chen. So glau­ben 75 %, dass Soci­al Media zuneh­mend eine Rol­le im HR-Bereich spie­len wird. 8 % den­ken sogar, dass SM eine wich­ti­ge oder sogar die wich­tigs­te Rol­le über­neh­men wird.

Was über das eige­ne Unter­neh­men geschrie­ben wird, scheint nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le zu spie­len. Nur 18 % über­prü­fen regel­mä­ßig, was im Netz kur­siert. 41 % tun dies immer­hin gele­gent­lich. 32 % über­prü­fen gar nicht, was im Inter­net über das eige­ne Unter­neh­men geschrie­ben wird.

Dage­gen nut­zen vie­le Recrui­ter das Netz, um die Repu­ta­ti­on von Bewer­bern zu prü­fen. Immer­hin 59 % gaben an, 2009 mit Hil­fe von Such­ma­schi­nen oder Soci­al-Media-Diens­ten Bewer­ber über­prüft zu haben. Die Unter­neh­men, die dies nicht getan haben, gaben unter ande­rem ethi­sche Grün­de oder Zeit­man­gel an.

Wer­den Bewer­ber über­prüft, geschieht dies meist, wenn der Bewer­ber auf­grund sei­ner Unter­la­gen für das Unter­neh­men inter­es­sant ist. So wur­de ange­ge­ben, die Bewer­ber zu über­prü­fen, wenn sie in die enge­re Wahl kom­men, zu einem Gespräch ein­ge­la­den wer­den oder nach einem Gespräch für eine Anstel­lung in Fra­ge kom­men.

Vor allem wer­den Bewer­ber um Füh­rungs­po­si­tio­nen und Fach­kräf­te über­prüft. Aber auch Absol­ven­ten und Ein­stei­ger wer­den ger­ne geg­oogelt. Gewerb­li­che Mit­ar­bei­ter, Prak­ti­kan­ten und Azu­bis ran­gie­ren eher im unte­ren Feld. Aller­dings muss man dazu sagen, dass die meis­ten Unter­neh­men bis­her kei­nen Bewer­ber auf­grund nega­ti­ver Ergeb­nis­se abge­sagt hät­ten. Nur 38 der Unter­neh­men, die Bewer­ber im Netz suchen, gaben an, auf­grund der Online-Repu­ta­ti­on eine Absa­ge erteilt zu haben.

Mit­ar­bei­ter, die bereits im Unter­neh­men arbei­ten, brau­chen die Suche im Netz nicht zu fürch­ten. Die Per­so­na­ler gaben an, dass im Jahr 2009 nur 9 % der Unter­neh­men bestehen­de Mit­ar­bei­ter im Netz über­prüf­ten.

SM wird also im Bewer­bungs­pro­zess eine immer stär­ke­re Rol­le ein­neh­men. Auch soll­ten Bewer­ber zuneh­mend auf ihre Online-Repu­ta­ti­on ach­ten. Per Twit­ter schickt man schnell unbe­dacht Din­ge her­aus, die dann aber unter Umstän­den auch genau­so schnell bei Such­ma­schi­nen auf­find­bar sind.
Posi­tiv ist jedoch, dass man als Bewer­ber durch die ver­mehr­te Nut­zung von Soci­al Media durch Unter­neh­men auch bes­se­re Mög­lich­kei­ten hat, an die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen direkt her­an­zu­tre­ten und den schnel­len Kon­takt zu suchen.

Die kom­plet­te Stu­die kann hier ange­for­dert wer­den:
Soci­al Media Report HR

Social Media Report HR 2010