Info-Lot­sen durch die Coro­na-Hil­fen und För­der­pro­gram­me für die Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft // zwei­te Wel­le Coro­na-Pan­de­mie
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INSTRU­MEN­TE DER WIRT­SCHAFTS­FÖR­DE­RUNG SICHERN – NEU­START ERMÖG­LI­CHEN – Offe­ner Brief an die säch­si­sche Staats­re­gie­rung und den säch­si­schen Land­tag

CORONA-Virus NEWS

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(04.11.2020) Dres­den, Lan­des­ver­band der Kul­tur- und Krea­ti­wirt­schaft Sach­sen e.V. // Offe­ner Brief an die säch­si­sche Staats­re­gie­rung und den säch­si­schen Land­tag // Instru­men­te der Wirt­schafts­för­de­rung sichern - Neu­start ermög­li­chen 

Mit Blick auf die nächs­ten Mona­te ist mit wei­ter­ge­hen­den, z.T. erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie auf vie­le Selb­stän­di­ge und Unter­neh­men in Sach­sen zu rech­nen. Wir appel­lie­ren des­halb mit einem offe­nen Brief an die säch­si­sche Staats­re­gie­rung und den säch­si­schen Land­tag, dass der Dop­pel­haus­halt 2021/2022 ein kla­res Bekennt­nis zum Wirt­schafts- und Inno­va­ti­ons­stand­ort Sach­sen reflek­tiert.

HIN­TER­GRUND

Vie­le Unter­neh­men sind auf­grund von Auf­trags­rück­gän­gen, Lie­fer­pro­ble­men oder shut­down-beding­ten Schlie­ßun­gen seit Beginn der Coro­na-Kri­se star­ken Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen. Ins­be­son­de­re trifft es hier die oft­mals klein­tei­lig struk­tu­rier­te Wirt­schaft in Sach­sen. So sind gera­de die Selb­stän­di­gen sowie klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men (KMU) aus den Berei­chen Gas­tro­no­mie, Tou­ris­mus und Tei­len des Hand­werks betrof­fen. Ein­schrän­kun­gen und wirt­schaft­li­che Ver­lus­te müs­sen im beson­de­ren Maße auch die Selb­stän­di­gen und Unter­neh­men der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft erle­ben. Die Musik­wirt­schaft sowie die dar­stel­len­den Küns­te zäh­len dabei durch den anhal­ten­den Ver­lust des Live­ge­schäfts zu den bis jetzt am stärks­ten betrof­fe­nen Teil­märk­ten. Aber auch ande­re umsatz­star­ke und arbeits­markt­re­le­van­te Teil­bran­chen, wie der Wer­be­markt, Design oder der Pres­se­markt wer­den durch die anhal­ten­de Kri­se auf abseh­ba­re Zeit kei­nen Wie­der­auf­schwung erle­ben. Viel­mehr ist damit zu rech­nen, dass sich die wirt­schaft­li­che Kri­se der KMU in Sach­sen in den kom­men­den Mona­ten und ggf. Jah­ren noch ver­schärft. Neben wich­ti­gen Sofort­hil­fe­pro­gram­men ist es daher not­wen­dig, Unter­stüt­zungs­pro­gram­me und För­der­instru­men­te für einen wirt­schaft­li­chen Neu­start im Haus­halts­an­satz der Staats­re­gie­rung zu berück­sich­ti­gen.

DIE KRI­SE TRIFFT DIE WIRT­SCHAFT LANG­FRIS­TIG

UNMIT­TEL­BA­RE FOL­GEN 

  • Die unmit­tel­ba­ren Fol­gen der Coro­na-Kri­se sind seit März spür­bar. Sie umfas­sen Ein­kom­mens- und Umsatz­ver­lus­te im beson­de­ren Maße in den Berei­chen Gas­tro­no­mie, Tou­ris­mus, Musik­wirt­schaft und dar­stel­len­de Küns­te auf­grund der not­wen­di­gen Schlie­ßun­gen bzw. hygie­ne­be­ding­ten Kapa­zi­täts­an­pas­sun­gen.
  • Eben­falls wer­den bei vie­len Unter­neh­men wich­ti­ge Inves­ti­tio­nen – dar­un­ter in Mar­ke­ting, Digi­ta­li­sie­rung und Design­vor­ha­ben – aktu­ell zurück­ge­stellt. Damit kom­men Wert­schöp­fungs­ket­ten zum erlie­gen, Mar­ke­ting­ak­ti­vi­tä­ten sowie Kun­den­ak­qui­se im In- und Aus­land fin­det nicht statt

MIT­TEL­BA­RE FOL­GEN

  • Die gerin­ge­re Pro­duk­ti­vi­tät und Aus­las­tung führt mit­tel­fris­tig zu Umsatz­ein­bu­ßen und feh­len­den Rück­la­gen. Drin­gend benö­tig­te Inves­ti­tio­nen in den Wie­der­auf­bau und das eige­ne Mar­ke­ting kön­nen nicht getä­tigt wer­den.
  • Aus­blei­ben­de Auf­trä­ge füh­ren nicht nur zum Weg­bre­chen vor­han­de­ner Wert­schöp­fungs­ket­ten, son­dern zu einer lang anhal­ten­den Wirt­schafts­kri­se.
  • Die Aus­wir­kun­gen die­ser Ent­wick­lung sind selbst­ver­stär­kend und wer­den beglei­tet durch Effek­te, wie Arbeits­lo­sig­keit, den Rück­gang der Kauf­kraft und einer Ver­schlech­te­rung des Kon­sum­kli­mas.

LANG­FRIS­TI­GE FOL­GEN

  • Die aktu­el­le Kri­se wird sich ohne ein ent­schlos­se­nes Han­deln der Staats­re­gie­rung und einem kla­ren Bekennt­nis zum Inno­va­tions- und Krea­tiv­stand­ort in eine dau­er­haf­te Kri­se für den Wirt­schafts­stand­ort Sach­sen ent­wi­ckeln.
  • Feh­len­de Unter­stüt­zung für einen Neu­start nach der unmit­tel­ba­ren Kri­se führt aus heu­ti­ger Sicht lang­fris­tig zu Unter­neh­mens­schlie­ßun­gen, Arbeits­platz­ver­lus­ten und dem Rück­gang von Steu­er­ein­nah­men in unge­ahn­tem Aus­maß.
  • Die Fol­gen jen­seits der beschrie­be­nen Aus­wir­kun­gen für die Unter­neh­men selbst sind feh­len­de Mit­tel in öffent­li­chen Kas­sen und damit ein­her­ge­hend eine Kri­se, die nahe­zu alle Berei­che der Gesell­schaft trifft.

WAS JETZT PAS­SIE­REN MUSS

Die Staats­re­gie­rung muss dafür Sor­ge tra­gen, dass die Instru­men­te der Wirt­schafts­för­de­rung des Frei­staats auch wei­ter­hin zur Ver­fü­gung ste­hen und gege­be­nen­falls auf die geän­der­ten Bedürf­nis­se der KMU durch die Kri­se ange­passt wer­den kön­nen.

Ins­be­son­de­re für KMU müs­sen geeig­ne­te Unter­stüt­zun­gen in den kom­men­den Jah­ren vor­ge­hal­ten wer­den, um einem dau­er­haf­ten wirt­schaft­li­chen Abschwung und den damit ver­bun­de­nen Fol­gen ent­ge­gen zu wir­ken und not­wen­di­ge Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen zu ermög­li­chen. 

Der Frei­staat Sach­sen soll­te sich dar­über hin­aus beim Bund dafür ein­set­zen, dass 

  • bei der Aus­ge­stal­tung der Über­brü­ckungs­hil­fe III ein Unter­neh­mer­lohn fest ver­an­kert wird
  • der Kreis der Antrags­be­rech­tig­ten für die außer­or­dent­li­che Wirt­schafts­hil­fe auch jene umfasst, die durch die Schlie­ßung von Ein­rich­tun­gen bzw. Betrie­ben sämt­li­che Ein­nah­me­mög­lich­kei­ten ver­lie­ren
  • das geplan­te Opti­ons­mo­dell für Solo-Selb­stän­di­ge bei der Berech­nungs­grund­la­ge für die außer­or­dent­li­che Wirt­schafts­hil­fe auch auf Unter­neh­men mit Beschäf­tig­ten aus­ge­wei­tet wird, da ana­log zu Solo-Selb­stän­di­gen auch Unter­neh­men in der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft hoch­gra­dig schwan­ken­de Ein­kom­men haben und bereits erbrach­te Leis­tun­gen anders als im Tou­ris­mus und der Gas­tro­no­mie z.T. mit erheb­li­chem zeit­li­chen Abstand ver­gü­tet wer­den.

Der Frei­staat Sach­sen ver­fügt aktu­ell über eine Viel­zahl geeig­ne­ter Instru­men­te zur Wirt­schafts­för­de­rung. Die­se wer­den auch in der bis­he­ri­gen Höhe drin­gend benö­tigt, um einen Neu­start für vie­le Unter­neh­men zu ermög­li­chen. Mit nöti­gen Anpas­sun­gen der Pro­gram­me und Wirt­schafts­för­de­rungs­in­itia­ti­ven, um eine nied­rig­schwel­li­ge und nach­hal­ti­ge Nutz­bar­keit für die säch­si­schen KMU zu errei­chen, kann ein gemein­sa­mer Neu­start gelin­gen. Nur so kann die Kri­se dau­er­haft über­wun­den wer­den.

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Offe­ner Brief vom 04.11.2020 // Instru­men­te der Wirt­schafts­för­de­rung sichern - Neu­start ermög­li­chen //  zum Down­load als PDF.

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Kreatives Leipzig e.V. hat 2015 den Lan­des­ver­band der Kul­tur und Krea­tiv­wirt­schaft Sach­sen e.V.. gemein­sam mit den Ver­bän­den Wir gestal­ten Dres­den e.V. und  Kreatives Chem­nitz e.V. gegrün­det. Die drei städ­ti­schen Ver­bän­de mit Ihren Mit­glieds­un­ter­neh­men aus allen Teil­märk­ten der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft erar­bei­ten seit­her gemein­sa­me Posi­tio­nen für bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen und brin­gen ihre Bran­chen­ex­per­ti­se in viel­fäl­ti­ge Pro­jek­te auf loka­ler, regio­na­ler und Bun­des­ebe­ne ein. Die städ­ti­schen Ver­bän­de sind im Lan­des­ver­band durch je ein Vor­stands­mit­glied ver­tre­ten. Seit Mai 2020 ist auch der Regio­nal­ver­band Krea­ti­ve Lau­sitz Mit­glied im Lan­des­ver­band Sach­sen. // www.lvkkwsachsen.de

 

 

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