Das waren August und Sep­tem­ber bei Kreatives Leipzig
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Leipzig for­dert Hil­fe­stel­lung für die Kul­tur mit offe­nem Brief

Bereits im Sep­tem­ber wur­de klar, dass vie­le Leip­zi­ger Musik­spiel­stät­ten im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes dunk­le Zei­ten erwar­ten. In unse­rem monat­li­chen Tref­fen zwi­schen dem Netz­werk Dasist­Leip­zig und dem Kul­tur­de­zer­nat berich­te­te der Run­de Tisch Leip­zi­ger Spiel­stät­ten exem­pla­risch über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im Über­gang von Coro­na­kri­se zu Ener­gie­kri­se. Es war klar: wir müs­sen schnell Ent­las­tung schaf­fen und so ent­stand das Vor­ha­ben zum offe­nen Brief (hier ver­linkt) mit kon­kre­ten For­de­run­gen. Die offi­zi­el­le Pres­se­mit­tei­lung dazu lau­tet:

"Leip­zigs Kul­tur­bür­ger­meis­te­rin Dr. Ska­di Jen­ni­cke und die Ver­bän­de und Initia­ti­ven der Kul­tur­schaf-
fen­den der Stadt Leipzig, Leipzig + Kul­tur e. V., Kreatives Leipzig e. V., Live­komm­bi­nat Leipzig e. V.
sowie der Run­de Tisch Leip­zi­ger Spiel­stät­ten, haben heu­te einen offe­nen Brief unter­zeich­net. Dar­in
for­dern sie Staats­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Klepsch und die Abge­ord­ne­ten des Sächsischen Land­ta­ges auf,
kon­kre­te Hil­fe­stel­lun­gen für die Kul­tur in Sach­sen umzu­set­zen.

Die Haupt­for­de­rung des Schrei­bens betrifft die För­der­richt­li­nie Kul­tur­Er­halt: Diese wur­de als wich­ti­ges
Instru­ment der Pan­de­miebewäl­ti­gung ent­wi­ckelt, um Ver­ei­ne, Kul­tur­trä­ger und Spiel­stät­ten vor dem
Lock­down zu bewah­ren. Nun ver­lan­ge die rasan­te Ener­giepreis- und der Wirt­schaftsent­wick­lung eine
Öff­nung der För­der­richt­li­nie, um in der sich ste­tig wan­deln­den Kri­senlage navi­gie­ren zu kön­nen.

Kon­kret for­dern die Unter­zeich­ner drei sofor­ti­ge Schrit­te:

1. Coro­na-Hil­fen fort­füh­ren: Die Mit­tel aus der För­der­richt­linie Kul­tur­Er­halt sol­len als Überbrü­ckungs-
hil­fe bis zur effek­ti­ven Ein­füh­rung der Gas- und Strom­preis­brem­se die­nen. Zugleich könn­ten die­se
Mit­tel zur Erneue­rung der ener­ge­ti­schen Infra­struk­tur in Kul­tur­betrie­ben bei­tra­gen.
2. Infla­ti­ons­aus­gleich: In der Aus­reichung der Kul­tur­raum­mit­tel des Frei­staa­tes Sach­sen muss die stei-
gende Inflati­on per­spek­ti­visch berück­sich­tigt wer­den, um Trag­fä­hig­keit und Wir­kungs­ra­di­us der Kul­tur-
trä­ger auf dem aktu­el­len Qua­li­täts­ni­veau hal­ten zu kön­nen.
3. SAB stär­ken: Bei der Säch­si­schen Auf­bau­bank (SAB) gilt es, mehr qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal ein­zu­stel-
len, um trag­fä­hi­ge­re Struk­tu­ren zur Bewäl­ti­gung der Antrags­la­ge auf­zu­bau­en.

Dem Brief zugrun­de liegt ein Hil­fe­ruf aus der Frei­en Sze­ne. Jörg Fol­ta berich­tet vom Run­den Tisch
Leip­zi­ger Spiel­stät­ten, was die aktu­el­le Lage für sie bedeu­tet: „Seit eini­gen Wochen mehren sich Ver-
anstal­tungs­ab­sa­gen für Herbst und Win­ter in vie­len Häu­sern, da sowohl Bands und Kon­zert­ver­an­s­tal-
ter als auch Fir­men­kun­den auf die unsi­che­re Wirt­schafts­la­ge reagie­ren. Hin­zu kom­men zurückhal-
ten­de Vor­ver­kaufs­zah­len für die verblie­be­nen Ter­mi­ne, da auch Privat­haus­hal­te spar­sa­mer agie­ren.
Mit den stei­gen­den Kos­ten und pro­gnos­ti­zier­ten drei- bis zehn­fa­chen Abschlags­zah­lun­gen für Ener­gie
müs­sen wir uns ernst­haft fra­gen, ob eine Art Win­ter­schlaf eine gangbare Alter­na­ti­ve für ein­zel­ne Be-
trie­be sein kann. In der Ver­ant­wor­tung für unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sowie gegen­über
unse­ren Gäs­ten und Künst­lerinnen und Künst­lern wol­len wir natür­lich alles dar­an­setzen, die­ses Sze-
nario zu ver­mei­den und hof­fen daher auf Unter­stüt­zung.“

Kul­tur­bür­ger­meis­te­rin Dr. Ska­di Jen­ni­cke fasst zusam­men: „In der gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Aufgabe,
der Kri­se ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten, muss es der Kul­tur ermög­licht wer­den, ihren Bei­trag zu leis-
ten. Nach der Pan­de­mie gefähr­det die Ener­gie­kri­se Kul­tur­ein­rich­tun­gen und Kul­turschaf­fen­de erneut
exis­ten­zi­ell. Die sich bis­her abzeichnen­den Schwie­rig­kei­ten vor allem durch den Fach­kräf­te­man­gel
sowie der Zurück­hal­tung der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer auf­grund der sin­ken­den Kauf­kraft in den Pri­vat-
haus­hal­ten sind als Fol­ge der stei­gen­den Infla­ti­on ohne Unter­stüt­zung nicht zu beherr­schen. Uns ist
bewusst, dass die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen für Bund, Län­der und Kom­mu­nen glei­cher­ma­ßen
schwer wie­gen. Die Arbeits­fä­hig­keit der kul­turel­len Infra­struk­tur Sach­sens muss jedoch gewähr­leis­tet
wer­den.“

Hin­ter­grund
In ihren "Kul­tur­po­li­ti­schen For­de­run­gen" vom 21. Sep­tem­ber 2022 haben die Län­der und die Staats­mi-
nis­te­rin für Kul­tur und Medi­en Clau­dia Roth die Prü­fung eige­ner Hil­fe­stel­lun­gen zuge­si­chert, um Kul-
tur­ein­rich­tun­gen in der Ener­gie­kri­se zu unter­stüt­zen. Die Stadt Leipzig begrüßt die­se Einig­keit und die
kon­kre­te Absicht des Bun­des, den Son­der­fonds für Kul­tur­veran­stal­tun­gen zu ver­län­gern. Anpas­sun-
gen nach die­sem Vor­bild sind auch auf Frei­staats­ebe­ne wünschens­wert. Auf die­ser Basis haben das
Kultur­de­zer­nat der Stadt Leipzig sowie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Frei­en Sze­ne Leipzig ein For-
derungs­pa­pier erstellt, in dem sie Anre­gun­gen zur ziel­ge­nau­en Unter­stüt­zung von Kul­tur­in­sti­tutio­nen
und Kul­tur­schaf­fen­den for­mu­lie­ren. "

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