AUS­SCHREI­BUNG OUT­SIDE 2021
8. Juni 2021
ERGEB­NIS­SE: Modell­pro­jekt Kul­tur // Real­la­bor Leipzig
12. Juli 2021

Modell­pro­jekt: Deutsch­lands 1. Tanz­ver­an­stal­tung ohne AHA-Regeln

Nach­dem das Modell­pro­jekt Kul­tur in Leipzig zunächst im Real­la­bor mit For­ma­ten ver­schie­de­ner Akteur:innen star­te­te, die laut Säch­si­scher Coro­na-Schutz-Ver­ord­nung kei­ner Geneh­mi­gung mehr bedür­fen, folg­te nun auch das Ein­ver­neh­men der Fach­kom­mis­si­on vom Frei­staat Sach­sen für die Erpro­bung von Ver­an­stal­tun­gen im Club­be­trieb.

Am 12. und 19. Juni kön­nen somit Tanz­ver­an­stal­tun­gen ohne AHA-Regeln für 200 Gäs­te im Club Distil­le­ry aus­ge­rich­tet wer­den. Ohne Mas­ken und ohne Abstands­re­geln darf dann der Musik gefrönt und dazu auch im Club getanzt wer­den; Vor­aus­set­zung dafür sind jeweils nega­ti­ve Test­ergeb­nis­se bei einem Anti­gen­test sowie einem PCR-Pool­test. Bis spä­tes­tens 15 Uhr geben die Teil­neh­men­den am Tag der Ver­an­stal­tung ihre Gur­gel­pro­be in der Distil­le­ry ab, bereits 19 Uhr liegt das Ergeb­nis digi­tal vor. Ermög­licht wird das
durch spe­zi­el­le PCR-Pool­tests in Zusam­men­ar­beit mit Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen am Max-Planck-Insti­tut für evo­lu­tio­nä­re Anthro­po­lo­gie, dem Kli­ni­kum St. Georg in Leipzig und dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Leipzig.

Durch die Anwen­dung der Coro­na-Warn-App sowie dem THEED Coro­na E-Regis­ter ist ein siche­rer Zugang zur Ver­an­stal­tung sowie eine digi­ta­le Kon­takt­nach­ver­fol­gung gewähr­leis­tet. Sie­ben Tage nach der Tanz­ver­an­stal­tung sol­len die Teil­neh­men­den erneut einen PCR-Pool­test durch­füh­ren las­sen, um so mög­li­che Aus­wir­kun­gen auf das Infek­ti­ons­ge­sche­hen unter­su­chen zu kön­nen. Die Beson­der­heit an den PCR-Pool­tests: sie sind güns­ti­ger und schnel­ler als ein­zel­ne PCR-Tests für alle Gäs­te, weil immer zehn Pro­ben auf ein­mal getes­tet wer­den. Soll­te eine Mischung posi­tiv getes­tet wer­den, dann müs­sen die ein­zel­nen Pro­ben noch ein­mal getes­tet wer­den, um den posi­ti­ven Fall iden­ti­fi­zie­ren zu kön­nen. Damit wird in die­sem Modell­pro­jekt eine Metho­de erprobt, die der Ver­an­stal­tungs­bran­che eine Per­spek­ti­ve für die kom­men­de Herbst- und Win­ter­sai­son lie­fern kann.

Dr. Ska­di Jen­ni­cke, Bür­ger­meis­te­rin und Bei­geord­ne­te für Kul­tur:

„Dass sowohl der Frei­staat Sach­sen als auch das Gesund­heits­amt in Leipzig das Modell­pro­jekt Kul­tur in der Unter­su­chung des Club­be­trie­bes unter­stüt­zen, freut mich für die Leip­zi­ger Sze­ne außer­or­dent­lich. Nach über einem Jahr ver­ord­ne­ter Schließ­zeit geht es hier um mehr als zwei Par­ty­näch­te. Es ist ein essen­zi­el­ler Schritt, um die­sen Betrie­ben, den Teams und Musik­schaf­fen­den dahin­ter eine Per­spek­ti­ve zu ermög­li­chen, nach­dem sie beson­nen die Zeit der Stil­le ertra­gen haben.

Die Leip­zi­ger Clubs und Live­spiel­stät­ten stär­ken Leip­zigs Ruf als viel­fäl­ti­ger urba­ner Raum eben­so wie alle ande­ren Kul­tur­spar­ten. Der fort­wäh­ren­de Dia­log in unse­rer Stadt, der bei­spiel­haft in der Beset­zung einer Stel­le als Fachbeauftragte:r für Nacht­kul­tur sowie der Unter­stüt­zung auf dem Gleis­drei­eck mün­den, zei­gen eben­so wie auch das kla­re State­ment aus dem Bun­des­tag, dass Clubs und Live­spiel­stät­ten von zen­tra­ler Bedeu­tung für Tei­le unse­rer Gesell­schaft sind. Ich bin gespannt auf die Ergeb­nis­se aus dem Modell­pro­jekt und möch­te an die­ser Stel­le gern die Chan­ce nut­zen, die pro­fes­sio­nel­le Arbeit zu wür­di­gen und allen Betei­lig­ten für ihr lei­den­schaft­li­ches Enga­ge­ment zu dan­ken.“

Tobi­as Loy, Pro­jekt­ko­or­di­na­tor / Vor­stand Kreatives Leipzig e.V.:

„Die Ver­an­stal­tung in der Distil­le­ry erfor­dert eine beson­ders akri­bi­sche Vor­be­rei­tung, da wir damit den Grund­stein für eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Öff­nung von Ver­an­stal­tun­gen in Innen­räu­men, ohne Abstands­re­geln und Mas­ken­pflicht legen wol­len. Mit Hil­fe der PCR-Pool­tests kön­nen wir das Rest­ri­si­ko für eine Anste­ckung im Innen­raum mini­mie­ren. Zudem sind die Erkennt­nis­se auch auf alle ande­ren Lebens­be­rei­che anwend­bar, sodass das öffent­li­che Leben auch bei einer even­tu­el­len vier­ten Wel­le nicht gänz­lich still­ste­hen muss.”

Stef­fen Kache, Pro­jekt­ko­or­di­na­tor / Vor­stand Live­Mu­sik­Kom­mis­si­on:

„Das Modell­pro­jekt hat für uns Club­be­trei­ben­de eine enorm wich­ti­ge Bedeu­tung. Mit einem posi­ti­ven Ergeb­nis der Stu­die bekom­men wir eine Per­spek­ti­ve, die es uns zukünf­tig erlaubt, einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Club­abend ohne Abstands­re­geln und Mas­ken zu ver­an­stal­ten. Ich appel­lie­re auch an unse­re Gäs­te, alle Regu­la­ri­en ein­zu­hal­ten. Nur so kön­nen wir ver­läss­li­che Daten sam­meln. Zudem bit­ten wir um Ver­ständ­nis, dass es auf­grund der gerin­gen Kapa­zi­tät und des Stu­di­en­de­signs kei­nen öffent­li­chen Ticket-Vor­ver­kauf geben wird.“

Ers­te Erfah­run­gen im Rah­men des Modell­pro­jekt Kul­tur // Real­la­bor

Seit zwölf Tagen läuft das Modell­pro­jekt Kul­tur // Real­la­bor in der Mes­se­stadt; sechs Ver­an­stal­tun­gen wur­den in die­sem Rah­men bereits wis­sen­schaft­lich unter­sucht. Bei einer Thea­ter­vor­stel­lung der Cam­mer­spie­le, einem Jazz­kon­zert im Kul­tur­hof Goh­lis und beim Kaba­rett des aca­de­mi­xer sowie einem Open Sta­ge Abend in der VIL­LA Leipzig konn­ten Besucher:innen wie­der in den Genuss von Kunst und Kul­tur kom­men.


Sophie Renz, Geschäfts­füh­re­rin Cam­mer­spie­le Leipzig:

„Der Start des Modell­pro­jek­tes // Real­la­bors lief rei­bungs­los, die Zuschau­en­den zeig­ten viel Ver­ständ­nis für alle Sicher­heits­maß­nah­men und den gerin­gen Mehr­auf­wand für die wis­sen­schaft­li­che Stu­die. Die Freu­de, dass sie nun end­lich wie­der Kul­tur live erle­ben dür­fen, über­wog! Auch die Künstler:innen haben sich rie­sig gefreut, wie­der vor Publi­kum zu spie­len und direkt Feed­back für ihr Schau­spiel zu bekom­men.”

Bis zum 26. Juni fol­gen noch 14 wei­te­re Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen, u.a. in der Moritz­bas­tei (Song Slam, Thea­ter­tur­bi­ne) und im WERK 2 (Kin­der ins Werk, Flie­hen­de Stür­me, Kon­rad Küchen­meis­ter). Der Tho­man­er­chor Leipzig prä­sen­tiert "Magni­fi­cat" von Johann Sebas­ti­an Bach und "Requi­em" von Gabri­el Fau­ré in der Tho­mas­kir­che, "Gob Squad" gas­tiert im Schau­spiel Leipzig. Am 12. und 19. Juni fin­den die Tanz- und Steh­kon­zer­te in der Distil­le­ry statt.

Das Modell­pro­jekt Kul­tur // Real­la­bor wird unter den Vor­ga­ben der Säch­si­schen Coro­na-Schutz-Ver­ord­nung, mit Unter­stüt­zung der Stadt Leipzig durch das Dezer­nat Kul­tur sowie Kul­tur­amt, dem Amt für Sta­tis­tik und Wah­len und den Bran­chen­ver­bän­den Live­komm­bi­nat, Leipzig+Kultur und Kreatives Leipzig durch­ge­führt. Zudem wird das Pro­jekt von Wissenschaftler:innen des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Leipzig, dem Max-Planck-Insti­tut und dem Kli­ni­kum St. Georg beglei­tet.

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